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Charta

Die Entwicklung der Städte und Gemeinden stützt sich unter anderem auf die Fähigkeit, eine eigene, typische Besonderheit entwickelt zu haben und diese zu vertreten, eine eigene Identität zu wahren, die auch nach außen hin erkennbar ist und im inneren Kern gelebt wird.

Das Phänomen der Globalisierung bietet uns zweifelsohne großartige Möglichkeiten zum Austausch und zur Verbreitung. Sie tendiert jedoch leider dazu, die Unterschiede zu verflachen und die ganz eigenen typischen Besonderheiten der einzelnen Realitäten zu verdecken, indem uns Durchschnittsmuster aufgesetzt werden, die niemand wirklich für sich beanspruchen kann. Sie führen daher zwangsläufig zu Mittelmäßigkeit.

Mit Rasanz entwickelt sich nun eine andersartig gelagerte Nachfrage nach neuen Lösungsansätzen. Sie zielt in Richtung einer inneren Auseinandersetzung, gekoppelt mit einer beispielhaften Ausbreitung. Damit dieses Bestreben keine elitäre Randerscheinung bleibt, soll dies im Sinne einer an der Allgemeinheit orientierten, kulturellen Bewegung erfolgen und somit von universellem Charakter sein.

Hierin liegt der Erfolg all derer, welche nach der eigenen typischen Besonderheit gesucht haben und diese in die Welt hinausgetragen haben.

Die slowcity - Mitgliedstädte unterzeichnen eine Reihe von Verpflichtungen, deren Einhaltung in allen Mitgliedsstädten einheitlich und in regelmäßigen Abständen überprüft wird.

Eine slowcity erkennt man daran, dass:

  • eine Umweltpolitik gemacht wird, die als Zielsetzung den Erhalt und die Förderung von regionalen Besonderheiten und des städtischen Charakters hat, wobei Recyclingtechnik und Mehrwegsysteme bevorzugt gefördert werden;
  • eine Politik der Infrastrukturen betrieben wird, die funktionell sind für die Aufwertung der Flächen und nicht für die reine Belegung;
  • die Anwendung von Technologien zur Verbesserung der Umweltqualität und der Stadtstruktur eingesetzt werden;
  • in denen die Produktion und Verbrauch von natürlich erzeugten und  umweltverträglichen Lebensmitteln angeregt wird, unter Ausschluss von genmanipulierten Produkten. Ebenso sollen, falls nötig, eigene Schutzbeauftragte eingesetzt werden, falls die regionaltypische Produktion in Schwierigkeiten ist;
  • die regionaltypischen Produkte geschützt werden, die ihre Wurzeln in der Kultur und Tradition haben und die zur regionalen Besonderheit beitragen, wobei Flächen und Möglichkeiten zur Verfügung gestellt werden, um den direkten Kontakt zwischen Verbrauchern und Qualitätserzeugern zu fördern.
  • die Qualität der Gastfreundschaft gefördert wird, als eine echte Verbindung mit der Gemeinschaft mit ihrer Besonderheit. Alle Hindernisse, welche die ausgedehnte Nutzung der städtischen Ressourcen beinträchtigen sollen aus dem Weg geräumt werden.
  • bei allen Bürgern und nicht nur in den Arbeitskreisen das Bewusstsein gefördert wird in einer cittàslow / slowcity zu Leben, mit besonderem Augenmerk auf die Jugend und Schulen und eine systematische Einführung der Geschmackserziehung.


Städte, die der slowcity - Bewegung beitreten verpflichten sich:

  • Die Aktivitäten von slowcity an die Öffentlichkeit zu tragen und die eingesetzten Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der Bewegung bekannt zu machen
  • Unter Beachtung den typischen örtlichen Besonderheiten, die Ansichten von slowcity zu vertreten und einer Überprüfung durch die jeweiligen Beauftragten der Bewegung zustimmen, wobei die vorgegebenen Bewertungskriterien für die Aktivitäten respektiert werden müssen
  • Innerhalb eines angemessenen Rahmens der eigenen Möglichkeiten, zu den vereinbarten Aktivitäten von allgemeinem Interesse und zur Koordinierung der Bewegung beizutragen.


Die Städte haben die Möglichkeit:

  • das Logo der Bewegung für das eigene Erscheinungsbild zu nutzen und den Titel Cittàslow / slowcity zu führen.
  • die Nutzung des Markenzeichens allen öffentlichen und privaten Initiativen und Aktivitäten freizustellen, die zur Erreichung der Ziele der Bewegung beitragen.
  • an den Veranstaltungen mitzuwirken, die innerhalb der Bewegung durchgeführt werden, unter Einhaltung der abgesprochenen Vorgaben und Strukturen

Die Aktivitäten der Bewegung werden von den jährlich stattfindenden Mitgliederversammlungen bestimmt, die wie folgt festlegt sind:

  • Bestimmung der Jahresziele und grundsätzlicher Arbeitsrichtlinien, Bewertungskriterien und der erforderlichen Kontrollorgane.
  • Durchführung der Aktivitäten von allgemeinem Interesse und Festlegung des erforderlichen Budgets, hierinenthalten auch die Kosten für Koordinierungstätigkeiten.
  • Bildung eines Koordinationskomitees für alle Aktivitäten. Es setzt sich zusammen aus Vertretern von Slow Food, den ideellen Trägerstädten, einer bestimmte Anzahl an Vertretern anderer Mitgliedsstädte, wobei die Vertretung eines jeden einzelnen Mitgliedslandes gewährleistet sein muss.

Die jährliche Mitgliederversammlung, die jeweils in einer anderen Stadt stattfindet, bietet Gelegenheit zur Diskussion, im Hinblick Durchführbarkeit und Stand der Wissenschaft, das Problem der Lebensqualität in den Städten und zu einer aktuellen Bestandsaufnahme der Cittàslow / slowcity.